Körpersprache zum Verständnis

Körpersprache ist eine non-verbale Art der Verständigung. Sie geschieht durch Mimik und Gestik und muss nicht erlernt werden, da sie Grundanlagen des menschlichen Körpers sind. Zuerst verständigen sich Kinder über Blicke. Das wird überall auf der Welt verstanden und Babys erlangen so ihre Aufmerksamkeit und Fürsorge. Doch auch ein strampelndes Baby kann uns etwas mitteilen.
Wir haben hier einen kleinen Überblick zusammengestellt, die Ihnen vor allem in der ersten Zeit helfen soll, Missverständnisse zu vermeiden.

Verschiedene Phasen des Babys

Aktive Wachphase:

* Zufriedenheit:
Das Kleine lacht und strampelt ganz zufrieden. Es spielt mit seinen Händchen und Füßchen, brabbelt und ist sehr an seiner Umwelt interessiert. Die Eltern werden zum Spielen und Kuscheln animiert. Kennt es die Situation schon, reicht ein prüfender Blick, dann wendet es sich strampelnd ab.

* Aufmerksamkeit:
Der Zwerg beobachtet und ist sehr interessiert. Mit weit geöffneten Augen und Mund, aber wenig Bewegung und Mimik lernt es und fordert Unterhaltung

* Freude, Staunen aber auch Angst:

Das Baby macht grosse Augen. Den jeweiligen Blick verstehen Eltern schnell und können entsprechend reagieren.

* Zweifel, Langeweile, Müdigkeit:

Die Lieder sind halb geschlossen

* Erstaunen:
hoch gezogenen Augenbrauen

* kritische Stimmungslage:

Das Kleine hat steile Falten auf der Stirn. Dies kann auch Unsicherheit oder Unwohlsein ausdrücken

* Finger im Mund:
Das Baby hat Hunger. Ist es schon älter kann es auch heissen, dass das Kleine etwas genau wissen will.

* Kinn nach vorne schieben:
Jetzt möchte es sich durchsetzen oder dem Willen Nachdruck verleihen.

* Unbehaglichkeit, Unzufriedenheit, Irritation:

Der Zwerg hat die Fäustchen geballt. Eine angespannte Körperhaltung, zusammengezogenen Augenbrauen und steile Falten auf der Stirn verheissen nichts Gutes.

* nach unten schauen und wegdrehen:

Das Baby zeigt Desinteresse und will nichts mehr wissen.

* ans Öhrchen fassen:
Verlegenheit oder Unsicherheit, kann aber zwischen dem 7. und 12. Monat eine Freudenreaktion sein.

Inaktive Wachphase:

In dieser Zeit hat das Kleine genug und braucht eine kleine Pause. Es bewegt sich kaum und starrt vor sich hin. In dieser Ruhepause zieht es sich zurück und spielt, legt sich hin oder kuschelt mit seinem Schmusetier und sieht aus, als würde es nachdenken. So werden erlebte Dinge verarbeitet. Viele Eltern denken, dass der Spross müde ist und schlafen möchte, was jedoch meist nicht der Fall ist. Eine kleine Pause genügt. Eine klare Aussage, dass das Baby genug hat ist schreien und weinen. Wird dem Wunsch nach Ruhe nicht stattgegeben, wird das Kleine sich unmissverständlich bemerkbar machen und eine Kampfansage von sich geben. Es strampelt und tritt und wird sich winden. Dadurch kommt es zur Überstreckung des kleinen Körpers, der mit Husten und würgen reagiert. Zudem kommt noch schreien wie am Spieß!

Schlafphasen:

Schlafen ist nicht gleich schlafen. Das Kind verarbeitet die geschehenen Dinge. So kommt es zu verschiedenen Phasen und auch verschiedenen Reaktionen.

* Einschlafen:
Oft sind kleine Babys vor dem Einschlafen quengelig und wollen trotz Müdigkeit partout nicht ins Bett. Sie sind unnruhig und verängstigt und weinen. Forscher glauben, Babys fremdeln beim Einschlafen aus Angst vorm Bewusstseinsverlust. Mit zunehmendem Alter legt sich das.

* Tiefschlaf:
Die Augen sind fest zu und der Körper entspannt. Es findet kaum Bewegung statt und die Atmung ist ruhig.

* Traumphase (REM-Phase):
Das Kleine ist sehr aktiv und bewegt sich. Es kann sogar vorkommen, dass es Laute von sich gibt und sich die Augen bewegen. Je naach dem was es träumt, spricht das Gesicht Bände.

* Aufwachen:

Das Baby ist noch völlig abwesend und träumt lieber noch zu Ende. Die Augen fallen immer wieder zu. Ganz langsam und ruhig gelangt es zurück in die Realität.

Missverständnisse

Auch wenn Missverständnisse nicht schön sind, sind sie trotzdem an der Tagesordnung. Gerade in der Anfangszeit ist Nicht-verstanden-werden absolut normal. Das Baby lernt damit umzugehen und reagiert nach einiger Zeit deutlicher. Es muss erst lernen, sich gezielt duch Mimik und Gestik auszudrücken. Gerade kurz nach der Geburt hat eine Geste oder Mimik gleich mehrere Bedeutungen. Diese als Eltern auseinander zu halten ist dann gar nicht so leicht und auch sie müssen erst lernen, was ihr Baby eigentlich sagen möchte.

Zum Üben braucht das Kleine ein Gegenüber. Die scheinbaren Stimmungsschwankungen sind dann keine, weil es sich in Mimik und Gestik übt und vom Gegenüber abschaut. Es beobachtet dazu sehr genau und versucht nachzuahmen und ihre Mimik anzupassen und zu reagieren. Doch vorsicht! Stimmungen der Mutter übertragen sich. Ist die Mutter fröhlich, wird das Baby auch lachen, ist sie hingegen traurig oder genervt, überträgt sich auch die Stimmung bis zum Puls auf das Kind. Aus Angst, mit Mami könnte was nicht stimmen, schreit das Kleine umso lauter.

Trösten - wichtiger als mancher denkt

Eines der wichtigsten Dinge im Leben eines Säuglings ist das Wissen, dass es nicht allein ist. Viele Kinder schreien und weinen oft und buhlen so um Aufmerksamkeit. Die oberste Regel für Eltern lautet somit: Kümmern, kümmern, kümmern! Ein Baby schreit nicht mehr, nur weil man sich oft kümmert, aber es gibt ihm Stärke und Vertrauen. Anders gesagt: Wird ein Kind zu oft allein gelassen, nicht nur räumlich, sondern auch emotional mit seinen Nöten, können sich psychische Störungen einstellen. Kinder weisen ein geringes Selbstwertgefühl, Ängste oder Verhaltensauffälligkeiten auf.

Ab dem 9. Monat lernen Babys gezielter zu schreien und teilen ihr tatsächliches Bedürfnis mit. Die Kleinen können nioch nicht verstehen, warum Mami aus dem Raum geht oder Papi sich gerade abwendet. Sie müssen erst noch lernen, damit umzugehen. Wichtig für das Baby ist, dass es sich auf die Eltern verlassen und ihre Reaktion vorher sehen kann. Schreit es, fordert es eine unmittelbare Reaktion der Eltern. Mal kümmern, dann nicht, dann erst nach einiger Zeit ist ein absolutes No Go und führt zur Unsicherheit beim Baby. Dadurch brüllt es noch lauter. Eine gute Basis legt man durch Zuwendung, Liebe und Pflege.
Kränkelnde und sensible Babys benötigen noch mehr Trost und Zuwendung. Schon das Herausgehen aus einem Raum bedeutet für das Baby einsamkeit und Verlassen werden. Es versteht nicht die Umstände und braucht daher ständige Nähe um ein sicheres Gefühl zu haben. Je mehr Sicherheit ein Baby im ersten Lebensjahr erfährt, desto mehr Sicherheit hat es im späteren Leben. Zwar ist dies keine Garantie für ein sorgenfreies Leben aber eine stabile Basis.