Mehr Freiraum für Mama
Viele stillende Mütter möchten nach dem Mutterschutz wieder flexibel sein und vielleicht auch wieder arbeiten. Doch erweist sich das beim Thema Stillen als schwierig. Eine gute Alternative bietet das Abpumpen der Muttermilch. So ist Mama wieder voll einsatzfähig, das Kleine kann weiter die Vorteile der Muttermilch geniessen und der Vater oder andere fütternde Personen bauen eine innigere Beziehung zum Baby auf.
Milch abpumpen - so geht´s
Das Abpumpen von Muttermilch hat viele Vorteile. Es hilft gegen geschwollene Brüste und regt die Milchproduktion an. Ebenfalls kann Milch unabhängig von Muttis Zeitplan gereicht werden. Muttermilch sollte alle 3-4 Stunden, spätestens alle 6 Stunden abgepumpt werden, auch nachts. Die Wahl der Pumpe ist dabei abhängig von den persönlichen Anforderungen, wie Zeitaufwand und wie oft man abpumpen möchte.
Handpumpe:
Das manuelle Abpumpen ist definitiv die günstigste Variante, allerdings auch sehr zeitaufwändig. Für den täglichen Bedarf ist sie nicht geeignet, da sie auch ein wenig Übung erfordert. Vorraussetzung ist natürlich die Sauberkeit. Die Pumpe und der Behälter sollten vorher sterilisiert werden und die Hände gewaschen. Damit die Milch leichter abgepumpt werden kann, ist es hilfreich sie vorher zu massieren und heiss zu duschen oder die Brust mit einem warmen Waschlappen wärmen. Dann wird der sogenannte C-Griff angewandt, indem man mit den Fingern um den Brustwarzenvorhof greift, der Daumen ist dabei oberhalb der Brustwarze, die restlichen Finger unterhalb. Die Brust wird nun leicht zur Brustwarze hin massiert. Leichter Druck knapp hinter der Areola (Brustwarzenvorhof) regt die Milchabsonderung an. Der Behälter, in dem Milch aufgefangen werden soll, sollte breitrandig sein, denn Achtung: es kann in alle Richtungen spritzen!
Elektrische Pumpe:
Diese Variante geht schnell, ist sehr effektiv und nicht so anstrengend. Auch hier verläuft die Vorbereitung wie beim Abpumpen auf manuelle Art. Die Brust wird durch Massage und duschen oder einen warmen Waschlappej erweicht und Pumpe und Auffangbehälter werden sterilisiert. Das Abpumpen dauert ca 15-45 min. Schneller geht es, wenn beide Brüste gleichzeitig ausgepumpt werden. Die Saugglocke wird über die Brüste gestülpt und die Maschine angestellt. Diese Methode verursacht keine Schmerzen, da das Saugen des Kindes imitiert wird. Elektrische Pumpen eignen sich für das Abpumpen für den ganzen Tag. Sie sind in der Apotheke zu mieten oder auch käuflich erwerblich. Damit die Leihgebühr entfällt, kann der Arzt ein Rezept ausstellen.
Lagerung und Verwendung von Muttermilch
Abgepumpte Milch sollte in einem Plastik- oder Glasfläschchen luftdicht aufbewahrt werden. Auch eignen sich spezielle Plastikbeutel für Muttermilch. Ganz wichtig ist: schreiben Sie das Abpumpdatum auf das Gefäß und lagern sie es im Kühlschrank oder in der Tiefkühltruhe (im hinteren Teil).
Haltbarkeit:
- 6 Std. bei Raumtemperatur (ca. 25°C)
- 48 Std. im Kühlschrank (4-6°C)
- 3 Monate im Gefrierschrank (-20 bis -40°C)
Um Milch aufzutauen, legt man das Gefäß in heisses Wasser oder lässt es über Nacht stehen. Bitte keine Mikrowelle benutzen!!! Mehrmaliges Einfrieren oder Erhitzen ist nicht möglich. Die Muttermilch sollte bald verwendet werden, vor der Fütterung ist jedoch die Trinktemperatur zu prüfen.