Wird mein Baby satt?

Diese Frage stellen sich stillende Mütter oft. Doch im Grunde gilt: Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Je mehr die Mutter stillt, desto mehr Milch wird produziert. Es gibt kleine Merkmale an denen Sie erkennen können, ob Ihr Neugeborenes genug Milch trinkt. 

Wichtig ist, dass das Baby richtig angelegt wird und die komplette Brustwarze samt Vorhof in den Mund nimmt. Ist dies nicht der Fall, kann es nicht richtig trinken und es kann schnell zu wunden Brustwarzen kommen. Damit dies nicht passiert, hilft nur neu anlegen. Das Kind erzeugt mit seiner Zunge und dem Gaumen ein Vakuum. Während des Trinkens hört man deutlich Schluckgeräusche. Ist das Baby satt, löst es sich von alleine von der Brust, aber: kurz warten, ob es noch weiter trinkt, denn manche Babys legen auch gerne eine Pause ein. Ist das Kleine fertig, macht es einen zufriedenen Eindruck. Die Mutter merkt nach dem Stillen, dass die Brust leer ist, sie ist weich und nicht wund. In den ersten 2 Wochen verlangt das Baby alle 2-3 Std. nach Milch, manchmal auch häufiger und nimmt ca. 100 - 200g pro Woche zu. Doch auch die Milch muss wieder raus. Durchschnittlich nässt ein Baby 6-8 Windeln pro Tag ein. Später kommt Stuhlgang dazu, er ist anfangs gelblich oder ganz dunkel. Ab dem 5. Tag wird er heller. Stuhlgang sollte es mindestens 2x täglich haben, doch sollte man beachten, dass auchStuhlpausen von 2 - 3 Tage während der Stillzeit auftreten können. Ist das Baby gesund und gut genährt, fühlt sich die Haut glatt und straff an. Das Kind reagiert auf alles und bewegt sich normal.

Doch es gibt auch Merkmale, an denen Sie erkennen, dass Ihr Kind nicht genug trinkt. Beim Stillen hört man Knackgeräusche, ein Indiz, dass das Baby nicht richtig angelegt wurde. Nach dem Stillen ist das Kleine unruhig, unzufrieden und quengelig, es ist ständig müde. Seine Haut ist gelblich und nach einer Woche immer noch faltig. Nach der 3. Lebenswoche hat es noch keine runde Gesichtsform. Ist das Kind schon 4 Monate und älter könnte es auch ein Zeichen sein, dass es nicht satt wird und es Zeit für Beikost ist. In diesen Fällen sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt.

Alle Kinder haben ein grosses Saug- und Kontaktbedürfnis. Frühere Sprichwörter sagen, dass Frauen mit kleiner Brust ihr Kind nicht genügend versorgen können. Das stimmt defintiv nicht, denn jede Frau hat eine ähnliche Anzahl von Milchdrüsen. Das Baby wird gut versorgt, unabhängig von der Brustgrösse.

Mehr Milch fürs Kleine

Hier finden Sie Tipps für eine regelmässige und gute Milchversorgung:

  • viel Stillen.
  • lassen Sie Ihr Baby so lange trinken, wie es will.
  • welchseln Sie nach 10-15 Minuten die Brust. So bekommt Ihr Baby alle zur Verfügung stehende Milch und Sie machen das Stillen für das Baby interessanter.
  • ist Ihr Baby müde, halten Sie es beim Stillen wach. Trinkt es nicht genug, wecken Sie es alle 2 Stunden zum Stillen.
  • geben Sie dem Kind kurz vorher keinen Saft, Brei oder Flaschenmilch, denn dann ist es satt und hat keine Lust mehr zu saugen. Zudem ist es verwirrt, denn Saugen an Brust und an Flasche funktioniert mit verschiedenen Techniken.
  • entspannen Sie sich. Stress verhindert die Milchproduktion.
  • Gönnen Sie sich Ruhe, schlafen Sie wenn Ihr Baby schläft und lassen den Haushalt liegen. Stress überträgt sich aufs Kind und nur eine zufriedene Mutter hat ein zufriedenes Baby.
  • Baden Sie viel, hören Sie Musik und machen Sie was Ihnen gefällt.
  • trinken Sie genug. Zu empfehlende Getränke sind Wasser, Saftschorlen oder Tees. Trinken Sie mind. 2-3 Liter pro Tag. Verzichten Sie aber besser auf schwarzen Tee und Kaffee.
  • verzichten Sie auf Zigaretten.
  • Alkohol ist tabu.
  • Medikamente bitte nur in Absprache mit dem behandenden Arzt einnehmen.