Von Anfang an gut vorbereitet
Stillen ist der beste Start in Babys Leben. So bekommt es nicht nur Nahrung, auch das Bedürfnis nach Nähe und Zuwendung wird so gestillt. Demnach ist es unbeding wichtig, dass die Mutter entspannt und zufrieden ist, denn Stress überträgt sich auf das Baby und die Milchproduktion leidet. Ist Mama zufrieden, ist es das Baby ebenfalls. Und einen intimeren Bezug zum Baby gibt es nicht. Stillen fängt nicht erst mit der Geburt an, schon frühzeitig sollte man sich mit der Hebamme oder dem Arzt diesbezüglich besprechen und sich beraten lassen. Auch nach der Entbindung stehen diese Helfer mit Rat und Tat zur Verfügung. Damit Sie aber nicht ganz unvorbereitet mit dem Stillen beginnen, hier unsere Tipps.
Wie funktioniert die Milchproduktion?
Die Milchproduktion ist vom Stillen selbst abhängig. Je nach dem, wie oft das Baby gestillt wird, wird Milch produziert und abgesondert. Durch das Stillen wird in der Hirnanhangdrüse der Mutter die Hormone Oxytocin und Prolaktin ausgeschüttet. Durch Oxytocin ziehen sich die Milchdrüsen zusammen und fördern somit die Milchsekretion. Das Hormon Prolaktin ist für die Milchmenge verantwortlich. Stillende Mütter spüren bei der Milchproduktion leichte Schmerzen wie Prickeln oder Brennen in der Brust.
Muttermilch ist nicht mit herkömmlicher Kuhmilch vergleichbar. Anfangs ist sie gelb und fast cremig, nach 2-3 Wochen verdünnt sie sich und wirkt fast bläulich. Ist die Brust fast leer, saugt das Kind nur noch cremige Milch. Diese Symptome sind jedoch kein Anzeichen für minderwertige Muttermilch, sondern völlig normal. Auch der Geschmack von Muttermilch variiert je nach Ernährung der Mutter. Forscher sind der Meinung, dass so der Geschmackssinn des Kindes gepflegt werden kann.
Wichtig ist: Je öfter das Baby saugt, desto mehr Milch wird produziert und frei gesetzt.
Die richtige Stillposition
Stillen ist nicht immer in jeder Position angenehm. Um Milchstau oder wunde Brustwarzen zu verhindern, ist eine Variation der Stillposition möglich. Egal in welcher Position sie stillen, stützen Sie sich und Ihr Baby und entspannen Sie.
Bewährte Positionen:
Wiegehaltung (Stillen im Sitzen)
Die Wiegehaltung ist die klassischste Stillposition. Das Baby liegt auf dem Schoß der Mutter oder auf einem Stillkissen in der Armbeuge der Mutter. Wird auf der rechten Seite gestillt, so liegt das Kind auch auf der rechten Seite im rechten Arm. Beim Stillen ist darauf zu achten, dass der Unterarm der Mutter gestützt wird und sie bequem sitzt und die Füsse eventuell hochlegt. Das Baby liegt auf der Seite, zur Brust gerichtet und in ganz leicht schräger bis waagerechter Postion. Dabei sollte das Kind zur Brust gebracht werden, nicht umgekehrt, dass die Mutter sich zum Kind beugt. Experimente, wie es am bequemsten ist, ist durchaus wünschenswert, denn dann bringt das Stillen den meisten Erfolg.
Geeignet ist diese Methode für Mütter mit gesunden Babys mit schon etwas kräftigerer Nackenmuskulatur ab dem ersten Monat. Die Entbindung sollte natürlich verlaufen sein, denn das Baby könnte sonst leicht auf den Bauch und die Kaiserschnittnarbe drücken.
Kreuzgriff
Der Kreuzgriff ist der klassischen Wiegehaltung ähnlich. Das Baby wird jedoch mit dem anderen Arm gehalten, das heisst: wird es auf der rechten Seite gestillt, liegt es im linken Arm. Mit der Hand stützt die Mutter das Köpfchen und kann dem Baby die Suche erleichtern, indem sie es zur Brust führt.
Der Kreuzgriff ist geeignet für kleine Babys, die Schwierigkeiten beim Stillen haben.
Seitenhaltung (Rückengriff oder Footballhaltung)
Das Baby liegt unter dem Arm auf der stillenden Seite auf dem Rücken und schaut die Mutter an. Seine Nase ist auf Höhe der Brustwarze. Auch hier wird das Baby gestützt und sanft zur Brust geführt. Wichtig: das Kleine nicht zu fest drücken, es wehrt sich sonst.
Der Rückengriff ist für Kaiserschnittpatientinnen geeignet, da das Kind nicht auf dem Bauch der Mutter liegt. Ebenfalls können sehr kleine Babys und Zwillinge auf diese Weise gefüttert werden. Für Mütter mit grossen Brüsten oder flachen Brustwarzen eignet sich die Methode ebenfalls super.
Seitenlage
Diese Stillpraktik benötigt die Hilfe vom Partner, der die Mutter mit Kissen im Rücken und unter dem Kopf abstützen sollte. Auch das Baby sollte mit einer Decke und einer Hand gestützt werden. Es liegt zur Mutter. Zum Stillen streckt sich weder das Baby, noch beugt sich die Mutter.
Geeignet für: Erholung nach einem Kaiserschnitt oder einer schweren Geburt. Auch nächtliches Stillen ist so sehr angenehm.
Zufriedene Babys in guten Händen
Grundsätzlich gilt: Probieren geht über Studieren. Alles pendelt sich nach einiger Probezeit ein und es findet sich ein bequemer Stillrhythmus für Mutter und Kind.
Bevor die Mutter das Kind anlegt, ist es wichtig, dass sie eine bequeme und entspannende Sitz- oder Liegeposition wählt und die Arme und den Rücken gut abstützt. Dies geht mit Kissen ganz gut. Die meisten Mütter wählen die die Wiegehaltung im Sitzen oder die Seitenlage des Babys während auch die Mutter liegt. Zur Unterstützung kann die Mutter die Brust mit der freien Hand umfassen.
Zum Stillen legt sie das Baby mit dem Bauch möglichst nah an ihren Bauch. Dabei der Kopf, die Schultern und die Hüfte des Babys eine gerade Linie, da sonst das Schlucken erschwert wird. Die Nase sollte beim Anlegen jedoch freibleiben, damit das Baby atmen kann. Die meisten Kinder beginnen die Brustwarze zu suchen, sobald sie sie an ihrer Wange spüren. Reagiert das Baby nicht oder ist es müde, streicheln Sie die Wange und die Lippen des Kleinen. Es reagiert darauf und dreht den Kopf zur gestreichelten Seite und sucht die Brustwarze. Wichtig ist jedoch, nicht über beide Wangen zu streicheln, der Säugling wird so verwirrt und weiss nicht, wohin er sich drehen soll. Babys suchen immer mit geöffnetem Mund und ssenkt die Zunge auf die untere Zahnleiste. Ist er weit geöffnet, bringen Sie Ihr Kind zur Brust, nicht umgekehrt. Die Mutter merkt das richtige Ansaugen, sobald sich die Unterlippe nach aussen stülpt und nur noch ein Teil des Brustwarzenvorhofs über der Oberlippe zu sehen ist. Nuckelt das Kind nur an der Brustwarze, kann sich die Brust nicht richtig entleeren und es kommt zu wunden Brustwarzen und Entzündungen, was das Stillen aufgrund Schmerzen nur schwer ermöglichen. Fasst das Kind die Brust nicht richtig, lösen Sie es, indem sie mit dem Finger sanft im Mundwinkel den Saugschluss lösen. Beginnen Sie einfach erneut. Erneute Vorgänge sind besonders in der Lernphase ganz normal. Kommen die Händchen dem Stillen in die Quere, wickeln Sie das Kleine in eine Decke, dass es die Ärmchen sseitlich hält. Das Stillen dauert ca. 20 - 40 Minuten. Nach ca. 10 Minuten sollte man die Seite wechseln. Keine Angst, wennn das Baby zwischendurch Pausen macht. Ist das Stillen zu anstrengend, legen Sie Ihr Kind auf ein Stillkissen, das entlastet.
Noch ein Tip: die Brustwarzen sollten suaber und trocken gehalten werden. Lassen Sie die Brust nach dem Stillen an der Luft trocknen und streichen sie die noch auslaufende Milch um die Brustwarze. Das pflegt die Brust. Stilleinlagen sollten immer trocken sein.
Welcher zeitliche Rhythmus eignet sich?
Mit dem Stillen beginnt man möglichst direkt nach der Geburt, nach einer kurzen Ruhepause. Doch sollte man das Baby nicht zwingen, denn es weiss am Besten Bescheid, wann es Hunger hat. Da hilft auch kein Stress durch strikte Zeitvorgaben. Schon nach ein paar Tagen pendelt sich ein Tagesablauf ein, an den man sich dann auch halten sollte. In der ersten Zeit nach der Geburt wird das Kleine häufig aber kurz trinken, das wird ca. alle 2-3 Stunden sein, auch in der Nacht. Diesen Zyklus bitte unbedingt beibehalten, besonders während der ersten Wochen. Das häufige Trinken hat auch einen Grund. Muttermilch ist leicht verdaulich und der Babymagen noch sehr klein. Zudem wird durch das häufige Saugen die Milchproduktion angeregt.