Baden - ein Highlight für Mutter und Kind
Hurra, Baden ist toll!
Ja, die meisten Babys lieben es zu baden und zu plantschen und verwandeln das Badezimmer dabei in eine ganze Seenlandschaft. Doch gibt es auch wasserscheue Babys, die lieber im Trockenen bleiben und sich von Mama per Hand waschen lassen. Sie fühlen sich unsicher und brüllen sich die Lunge aus dem Leib, wenn es in die Badewanne geht. Dann gilt: lieber abwarten, auf kurz oder lang möchte das Baby von ganz allein ins Wasser.
Geht es ums Babybaden, ist es wichtig, einige Dinge zu beachten und das Baby richtig im Griff zu halten, denn egal ob Bademuffel oder vor Freude paddelnd, ein strampelndes und dazu glitschiges Baby ist eine Herausforderung.
Das erste Mal
Bevor der Nabel nicht ausgetrocknet und verheilt ist, sollte man das Kleine nicht baden, denn dadurch wird er wieder aufgeweicht. Es sollten auch keine Krusten mehr zu sehen sein. Nässt der Nabel oder sind Rötungen zu sehen, fragen Sie den Kinderarzt um Rat. Auch der Nabel möchte gesäubert und getrocknet werden. Ist er sehr tief, ist ein wattestäbchen hilfreich.
Bitte nicht!
Kranke und erkältete Kinder gehören nicht in die Wanne. Sie kühlen zu schnell aus und das Risiko einer Lungenentzündung besteht. Hat ihr Baby gerage gut gegessen? Dann warten sie mit dem Bad noch eine halbe Stunde.
Auf die Vorbereitung kommt es an
Bereiten Sie die Bade-Session gut vor, damit alles nach Plan läuft. Denn wichtig ist, niemals das Baby loslassen oder aus den Augen verlieren.
Damit es schön kuschelig warm ist und der Spross nicht auskühlt, heizen Sie den Raum auf ca. 25°C vor und schließen sie Fenster und Türen um Durchzug zu vermeiden. Legen Sie mindestens 2 Handtücher bereit, breiten Sie eins davon schon aus, damit Sie das Kleine unmittelbar nach dem Bad einwickeln können. Dazu eignen sich Kapuzenhandtücher super. Gerade im Winter empfiehlt es sich, die Handtücher auf der Heizung vorzuwärmen. Das ist gemütlich für das Baby und es kühlt nicht aus.
Nach dem Trocknen wird gewickelt und das Baby angezogen. Legen Sie dementsprechend Windeln und Wickelzubehör bereit. Auch Strampler, Söckchen und, ganz wichtig, ein Mützchen sollten in griffbereiter Nähe liegen. Überlegen Sie sich, welche Pflegeprodukte das Baby benötigt und legen sie diese mit einem Waschlappen neben die Wanne.
Zum Schluss wird das Baby aus gezogen und vorgewaschen. Dazu gehören Gesicht, die meisten Kinder mögen es nämlich nicht, wenn ihr Gesicht beim Plantschen unter Wasser gerät. Der Nabel sollte gereinigt werden und aus hygienischen Gründen zuletzt der Po, damit keine Exkrementreste ins Wasser gelangen.
Wie oft wird gebadet?
Zwar ist für die Kinder das Baden und Plantschen ein tolles Erlebnis, weil sie mit den Eltern schmusen und albern können, allerdings ist es nicht täglich nötig, wenn das Baby mindestens einmal pro Tag gründlich gewaschen wird. Ausreichend, gerade für die Anfangszeit ist 1-2x wöchentlich, denn so viel Wasser hält die zarte Babyhaut nicht aus und trocknet aus. Häufigeres Baden ist natürlich vertretbar, wenn sich das Baby als absoluter Schmutzfink erweist. Das nasse Vergnügen dauert zwischen 3-10 Minuten, da der Spross sonst schnell auskühlt. Gewaschen wird mit klarem Wasser, leidet der Nachwuchs jedoch unter trockener Haut kann man dem Wasser rückfettende Badezusätze oder auch einfach nur einen Esslöffel gutes Olivenöl zufügen. Häufig treten bei Säuglingen Entzündungen im Windelbereich auf. Hier hilft ein Kleie-Bad oder den Badezusatz in Form von Gerbstofflösung.
Wanne oder Eimer
Wofür man sich entscheidet ist Geschmackssache. Wichtig ist, dass die jeweilige Variante sicher steht, man gut hantieren kann und vor allem: dass das Baby sich wohl fühlt.
Der Eimer ist eine relativ neue Erscheinung auf dem Babymarkt. Die meisten Babys, auch die Bademuffel unter ihnen, mögen gerne im Badeeimer baaden, denn er gibt ihnen ein sicheres Gefühl und Geborgenheit. Doch auch viele Eltern mögen den Eimer lieber. Er ist handlich, platzsparend und kann nicht weg rutschen. Auch der Aspekt der Mobilität ist nicht zu unterschätzen, denn ein Badeeimer kann gut mit auf Reisen genommen werden. Für das Badevergnügen braucht man nicht viel Wasser und er kann auch schnell und einfach wieder geleert werden. Ein Badeeimer ist gross genug, damit das Kleine bequem und in aufrechter Hockhaltung Platz hat. Bitte setzen Sie Ihr Baby niemals in einem herkömmlichen Haushaltseimer. Die Standfestigkeit ist nicht gegeben und die Verletzungsgefahr dementsprechend sehr hoch. Beim Kauf sollten die Eltern auf ein Qualitätsprodukt zurück greifen.
Die Babybadewanne ist der Klassiker. Damit Mami gut waschen kann und sich nicht verkrampfen und bücken muss, sollte die Wanne ca. hüfthoch stehen. Grundvoraussetzung ist, dass die Wanne fest und sicher steht. Steht eine normale Badewanne zur Verfügung, besteht die Möglichkeit, ein Brett quer über sie zu legen und dann die Babywanne darauf zu stellen oder im Fachhandel ein spezielles Gestell zu kaufen. Eine Gummimatte unter der Babybadewanne macht diese rutschfest. Vor allem bei älteren oder sehr agilen Kindern ist das wichtig, um Verletzungsgefahren zu verhindern. Im Fachhandel sind für sehr kleine Babys oder Neugeborene Badehilfen erhältlich, die dem Baby zusätzlichen Halt geben.
Egal für welches Modell man sich als Eltern entscheidet, lassen sie Ihr Kind niemals aus den Augen und halten Sie es immer fest!
Die perfekte Tageszeit zum Baden
Die perfekte Zeit zum Baden gibt es nicht, denn der Tagesablauf hängt ja vom Familienrhythmus ab. Je nach Baby wirkt das Bad erfrischend und belebend, bei anderen wiederum ermüdend. Entscheidet man sich für das morgendliche Bad, sollte man danach Haut und Haare gründlich trocknen, um eine Auskühlung oder auch eine Erkältung zu vermeiden. Deswegen immer nach dem Baden ein Mützchen aufsetzen, bevor es nach draussen geht. Das abendliche Bad ist meist ein Gute-Nacht-Ritual. Sobald man einen Rhythmus gefunden hat, sollte man auch dabei bleiben, denn die Regelmässigkeit ist wichtig für den Säugling.
Temperaturen für ein Wohlfühlbad
Damit sich Babys pudelwohl fühlen und nicht auskühlen, brauchen sie eine genaue Wassertemperatur von 37°C. Die Temperatur kann man mit einem Badewannenthermometer messen, erfahrene Mütter testen die Temperatur auch mit ihrem Ellbogen. Damit es nicht zu kalt ist, wenn das Baby aus der Wanne geholt wird, empfiehlt sich eine Raumtemperatur von 23-25°C. Halten Sie Türen und Fenster geschlossen um Durchzug zu vermeiden.
Stellen Sie ein Fläschen bereit, Ihr Kleines hat nach dem Bad sicherlich Hunger.
Badezusätze - weniger ist mehr
Lassen Sie Ihr Kind in klarem Wasser baden. Möchten Sie doch einen Zusatz verwenden, verwenden Sie wenig und achten darauf, dass er parfümfrei ist und dermatologisch getestet wurde. Schaumbildung ist ungünstig. Ein mildes Babyshampoo und Babyseife kann verwendet werden, ist aber nicht unbedingt nötig. Für trockene Haut empfehlen sich ölhaltige Produkte. Eine gute und günstige Alternative sind Olivenöl oder Muttermilch.
Wie halte ich das Baby richtig?
Haben Sie alles vorbereitet, kann es mit dem Baden los gehen. Nun ist es wichtig, den Nachwuchs richtig zu halten, denn ein nasses und glitschiges Baby halten hat durchaus seine Tücken. Mit der richtigen Haltung fühlt sich der Spross sicher und kann das Bad geniessen. Albern Sie mit dem Baby und lächeln Sie, so haben beide Spaß und auch ein wasserscheues Baby lernt, dass Baden gar nicht so schlimm ist und Spaß machen kann.
Der "Badegriff" eignet sich vor allem für Anfänger. Nehmen Sie Ihr Baby in den Arm und setzen Sie es erst dann ins Wasser. Rechtshänder führen ihren linken Arm hinter den Nacken des Kindes bis zur Schulter. Dort fassen sie unter die linke Achselhöhle des Babys ohne Druck auszuüben. Der Kopf des Kleinen liegt nun auf Ihrem linken Unterarm. Mit der rechten Hand fassen Rechtshänder unter den Po und heben es ins Wasser. Linkshänder greifen genau anders herum. Ist das Kind im Wasser lösen Sie die Hand unter dem Po, denn die brauchen Sie zum Waschen und das Kind hat mehr Freiraum zum Plantschen.
Manche Babys fühlen sich auch in der Bauchlage pudelwohl. Drehen Sie dazu das Kind auf den Bauch. Fassen Sie nun als Rechtshänder mit der linken Hand, als Linkshänder umgekehrt, unter der Brust hindurch in die rechte Achselhöhle des Babys. Achten Sie darauf, dass das Gesicht nicht unter Wasser gerät.
Fangen Sie erst an zu waschen, wenn sich das Baby an das Wasser gewöhnt hat. Aus hygienischen Gründen sind Po und Genitalbereich zum Schluss an der Reihe.
Nach dem Bad wird das Baby direkt in ein warmes Handtuch gewickelt. Hilfreich ist es, wenn der Partner hilt und das Handtuch schon bereit hält. Eine sanfte Methode des Trocknens ist das Abtupfen statt abreiben. Vergessen Sie aber nicht die unscheinbaren Stellen, wie Zehen- und Fingerzwischenräume, hinter den Ohren, in Hautfalten, unter den Achseln und im Windelbereich. Föhnen Sie auch die Haare, aber schützen Sie das Baby vor Hitze und starkem Luftstrom, indem Sie Ihre Hand davorhalten.
Nun ist Kuschelzeit angesagt. Die meisten Babys lieben es, wenn sie in ein Kapuzenhandtuch gewickelt noch in den Armen der Eltern kuscheln können. Wichtig: ein trockenes Handtuch!