Von Nachtschwärmern und Schlafmuffeln

Ein kleines Baby kennt noch keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht. So stillt es seine Bedürfnisse, wann es sie verspürt und kann damit auch nicht warten. Deshalb haben gerade Neugeborene auch nachts Hunger, und das alle 3-4 Stunden. Hat es gerade mal keinen Hunger, schläft ein Baby bis zu 16 Stunden am Tag. Dabei kann es sein, dass es eine lange Zeit "durchschläft" oder auch nur kurze Phasen schläft. Je älter jedoch das Kind wird, desto mehr gewöhnt es sich an den Rhythmus der Eltern. Die Wachzeiten werden länger und die Ruhezeiten verschieben sich eher auf die Nacht. So schlafen Babys erst mit ca. 4 Monaten von 24 - 5 Uhr durch. Klar, dass das für die meisten Familien Stress bedeutet und an die Substanz geht. Doch mit ein paar Tricks kann man den Nachwuchs an das Schlafen gehen gewöhnen.

Oberste Regel: Verzweifeln Sie nicht und halten Sie durch! Nur mit Konsequenz schaffen Sie es, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter sie nach einiger Zeit versteht. Schlafen im Dunkeln ist für Babys eine schlimme Erfahrung, denn sie vermissen Ihre Eltern und fühlen sich einsam. Führen Sie Rituale ein und lassen Sie den Tag langsam ausklingen. Durch vermehrte Aufmerksamkeit am Abend vor dem Schlafen gehen, freut es sich auch nach einiger Zeit darauf.

Das sind die Ziele

Nach einigen durchwachten Nächten sind die meisten Eltern einfach nur groggy und wollen nichts mehr als ihre nächtliche Ruhe zurück. So einfach ist das leider nicht, denn ein Baby denkt gar nicht daran, seine Bedürfnisse wegen Ihrer Müdigkeit zurückzustellen. Das geschieht aber nicht aus böswilliger Absicht. Es ist halt in diesem Moment was nicht in Ordnung und die angeforderte Zuwendung ist für das Baby überlebenswichtig. Das mag vielleicht übertrieben klingeln, entspricht aber der Realität. Denn Kinder, die weniger Aufmerksamkeit bekommen, erkranken bedeutend häufiger, als ein mit Aufmerksamkeit verwöhntes Kind. Das Gerücht, dass das Kleine bei mehr Aufmerksamkeit auch mehr schreit, kann absolut zurück gewiesen werden. Im Gegenteil, ein umsorgtes Kind entwickelt sich besser.
Doch auch wenn Aufmerksamkeit gut ist, für jeden Pieps aufzustehen geht mit der Zeit an die Substanz. So sollten sich die Eltern kleine Ziele setzen, die es gilt nach und nach zu verwirklichen.

- Das Kleine soll alleine einschlafen können. Auch wenn es für das Baby schön ist, wenn es an Mamis Brust oder auf Papis Schoss einschläft, für die Eltern kann das schwer werden, denn solche Riten ziehen sich nicht gerade selten bis ins Kindergartenalter.

- Gerade kleine Babys wachen oft ohne bestimmten Grund nachts auf. Sie fürchten sich in der Dunkelheit und sind alleine. Gut ist es dann, wenn das Kind sich dann von alleine beruhigen kann und wieder einschläft.

- Das Kind soll sich auf Dauer längere Schlafphasen angewöhnen.

Schlafen? Ich will nicht!

Gerade Neugeborene schlafen in den ersten vier Wochen viel, aber nicht mehr als 2-4 Stunden durch. Sie haben zwar noch keinen bestimmten Bezug zu Tag und Nacht, doch brauchen sie die Menge an Schlaf, weil sie eine ganze Menge zu verarbeiten haben.

Ein Baby hat verschiedene Schlafphasen.

- die Phase der Müdigkeit
- die Einschlafphase
- die REM (Rapid Eye Movement) Phase, in der das Baby sehr aktiv ist und viel die Augen bewegt. In dieser            Phase verarbeitet das Baby das Erlebte und träumt
- leichter Schlaf
- Tiefschlaf
- extremer Tiefschlaf

Gerade in der REM-Phase oder bei leichtem Schlaf reagieren Kinder besonders empfindlich auf Licht, Geräusche und Temperaturunterschiede. Auch sieht es in diesen Phasen aus, als würde das Kleine aufwachen, warten Sie aber kurz ab, ob es nicht doch weiter schläft, bevor Sie es gänzlich wecken.
Es dauert ca. 3-4 Monate bis sich ein fester Schlafrhythmus einstellt und das Baby sich an Rituale gewöhnt.
Lassen Sie sich nicht verrückt machen, wenn Ihr Kind noch nicht durchschläft, das von Bekannten aber schon. Jedes Kind entwickelt sich anders und das ist auch gut so. Hören Sie nicht auf die Kritik von Verwandten und Bekannten, solange Sie gut mit dem Rhythmus zurecht kommen. Erst wenn der Stress zu gross wird und sie mit diesen Problemen nicht mehr zurecht kommen, sollten Sie etwas ändern.

Als Schlafproblem gilt es z.B. wenn das Kind nachts nicht länger als eine Stunde schläft und ohne Grund aufwacht oder nur mit einem bestimmten Ritual einschlafen kann. Das hat nichts damit zu tun, dass Sie schlechte Eltern sind.

Es gibt viele Gründe für Schlafprobleme:

- das Kind ist völlig übermüdet
- es gibt keinen geregelten Tagesablauf, an den es sich halten und gewöhnen kann
- ein Umzug in ein anderes Bett, Zimmer, Haus oder auch Urlaub kann eine Ursache sein
- ein neues Geschwisterchen ist gekommen
- die Eltern erkennen nicht, dass das Kind müde ist und spielen noch mehr
- Gewöhnung von Ritualen und Dingen, die man nicht mehr abschaffen kann. Dazu kann z.B. das nächtliche           Fahren mit dem Auto sein, um das Baby zu beruhigen, oder das Baby schläft nur bei eingeschalteter                    Waschmaschine.
- Inkonsequenz der Eltern

Gerade dieser Aspekt ist für das Kind prägend, denn es versteht:
    * Es ist noch keine Schlafenszeit
    * Alles ist wichtiger als Schlafen
    * Ich darf entscheiden, wie der Tagesablauf funktioniert und habe das Kommando
    * Meine Eltern meinen nicht, was Sie sagen
    * Ja länger ich wach bin, desto besser

Auch ist ein weit verbreiteter Glaube, dass ausgiebiges Toben, besonders kurz vor dem Schlafen gehen, das Kleine müde macht. Leider geht der Schuss nach hinten los. Das Kind ist erst recht aufgekratzt und übermüdet, weil der Zeitpunkt der Müdigkeit überschritten wurde. Als Konsequenz gilt: Bin ich müde, muss ich schlafen.

Achten Sie deshalb auf Konsequenz und ruhiges Ausklingen des Tages.

Schlaf Kindchen, schlaf ... nun mach schon!!!

Um ein Kind nachts zum Schlafen zu bewegen, muss es sich wohl und sicher fühlen. Doch nur das alleine reicht nicht. Beachten Sie ein paar Regeln, dann klappt´s auch mit dem Schlafen.

* Ein Baby kennt noch nicht den Unterschied zwischen Tag und Nacht. Schaffen Sie deswegen klare Strukturen, die den Unterschied verdeutlichen.

* Schaffen sie eine ruhige Atmosphäre. So kann sich das Kleine optimal beruhigen. Sind Sie hingegen nervös und hektisch, so überträgt sich auch Ihre Gemütslage auf das Baby und es wird quengelig.

* Tagesrhythmus: Essen -> Spielen + Kuscheln -> Schlafen , Nachtrhythmus: Essen-> Schlafen. Lassen Sie das Spielen und Kuscheln weg, denn so weiss das Kind, dass etwas anders ist und gewöhnt sich langsam an den Ablauf. Zudem lässt Spielen und Kuscheln die Kinder wieder munter werden.

* Berücksichtigen Sie das Alter und den Entwicklungsstand. Zwingen Sie Ihr Kind nicht zu etwas, was es (noch nicht) kann. So wird ein Neugeborenes niemals durchschlafen und ein 5 jähriges Kind braucht keinen Mittagsschlaf.

* Schläft das Baby tagsüber, dunkeln Sie das Zimmer nicht ab, schläft es nachts, braucht es nur ein Nachtlämpchen.

* Gehen Sie jeden Tag mindestens eine halbe Stunde spazieren. Die frische Luft macht die Kleinen müde. Aber gehen Sie nicht nachts spazieren. Die klate Nachtluft wirkt belebend.

* Stimmen Sie die letzte Mahlzeit frühzeitig ab. Soll das Baby um 20 Uhr in Bettchen, füttern Sie es entsprechend und legen es dann hin. Ist es schon einige Wochen alt und gesund, kann man es dann nochmal gegen 23 Uhr wecken und füttern. Ist es dann satt, schläft es meistens die restliche Nacht durch. Nach einigen Wochen hat es sich sn diesen Rhythmus gewöhnt und wacht zur gleichen Zeit auf um danach wieder durchzuschlafen.

* Erledigen Sie vor dem Schlafen gehen keine aufregenden Dinge mehr, wie einkaufen. Das Baby kann solche Dinge noch nicht so gut verarbeiten.

* Veranstalten Sie ein allabendliches Ritual. So weiss das Baby nach einiger Zeit, was nun kommt und stellt sich drauf ein. So ein Ritual kann ein ganz bestimmtes Lied oder eine ganz bestimmte Kuscheleinheit sein. Haben Sie sich einmal eine Uhrzeit und ein Ritual angewöhnt sollte diese auch beibehalten werden. Verlässlichkeit ist das Wichtigste für das Baby. Denken Sie sich aber kein auf die Dauer anstrengendes Ritual aus, denn sowas kann sich leicht bis ins Kindergartenalter ziehen.

* In einem zu warmen Raum kann keiner schlafen, auch nicht Ihr Spross. Eine Raumtemperatur von 18°C ist ideal.

* Legen Sie ihr Baby zum Schlafen in sein Bettchen oder ähnliches. Der Kinderwagen ist kein geeignter Nachtruhe-Platz. Das Baby merkt nicht, dass etwas anders ist und ein Kinderwagen ist auch nur für kurze Zeit zum Schlafen geeignet.

* Baden Sie ihr Kind vor dem Schlafen gehen. Doch Vorsicht: mache Kinder werden vom Baden wieder wach.

* Wechseln Sie die Kleidung des Babys. Ziehen Sie ihm einen Schlafanzug und einen Schlafsack an.

* Haben Sie sich dafür entschieden, dass nun Schlafensziet ist, bleiben Sie dabei und lassen sich nicht davon abbringen,, auch wenn Ihr Baby dazu keine Lust hat und murrt.

* Halten Sie das Baby wach, wenn Sie es ins Bett legen. Es soll seine Umgebung wahr nehmen. Schläft es schon und wacht nachts in vollig dunkler unbekannter Umgebung auf, brüllt es dann um so mehr.

* Singen Sie dem kleinen Schatz noch ein Lied vor oder erzählen Sie ihm eine Geschichte. Das Baby wird es vielleicht nicht verstehen, aber Ihre Stimme beruhigt es. Legen Sie es hin, geben noch einen Kuss und sagen Gute Nacht. Das reicht dann aber auch. Zuviel betüddeln ist zwar toll für das Baby, beruhigt es aber nicht und lässt Sie inkonsequent dastehen.

* Gehen Sie aus dem Zimmer, lassen sie die Tür aber einen Spalt offen. Die Alltagsgeräusche lassen das Kleine wissen, dass es nicht alleine ist und es wird ruhig einschlafen.

* Hat Ihr Baby gerade gar keine Lust auf Schlafen und weint, trösten Sie es, streicheln es und erzählen ihm noch was. Heben Sie das Kind aber nicht aus dem Bettchen. Dann hat das Kind erreicht, was es wollte und wird wieder wach. Nach einiger Zeit ist es dann so übermüdet, dass an Schlaf gar nicht mehr zu denken ist.

* Nächtliches Meckern hat nicht unbedingt zu bedeuten, dass Sie direkt zum Baby stürzen. Lassen Sie Ihr Kind sich erstmal wieder beruhigen. Viele Babys wachen nachts ohne Grund auf, sollen aber auch von alleine wieder einschlafen. Weint es, gehen sie unverzüglich zu Ihm und trösten es. Kümmern Sie sich nicht, wird es in seiner Not nur noch lauter schreien.

* Halten Sie nächtliches Füttern und Wickeln so kurz wie möglich. Spielen und kuscheln Sie nicht mit dem Kind, denn das findet es toll und wird schon bald darauf wieder Theater machen. Auch nächtliches Wickeln sollten Sie nur dann machen, wenn es nötig ist.

* Achten Sie auf gedämpftes Licht beim Kümmern, gerade soviel, wie es nötig ist, um alles zu sehen und die Sicherheit zu gewährleisten. So kann es sein, dass das Kind alles nur im Halbschlaf mitbekommt. Zum Trinken sollte es jedoch wach sein, um genug zu trinken. Ist es nicht genug, quengelt es nach kurzer Zeit wieder. Helles Licht weckt nur unnötig auf.

* So wie die Eltern den Zeitpunkt der Nachtruhe bestimmen, so bestimmen sie auch den Zeitpunkt, wenn es Zeit zum Aufstehen ist.