Ist mein Baby gesund? Die wichtigste Frage aller Eltern

Um diese Frage zu klären, gibt es die sogenannte Pränataldiagnostik. Dies sind Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen, die den Gesundheitszustand des Babys zuverlässig erkennen lassen. Doch nicht immer ist das Ergebnis unproblematisch. Dies kann zu seelischen Überforderungen führen und man sollte sich aus diesem Grund frühzeitig Gedanken über Untersuchungen machen. Der Arzt weiss jedoch Bescheid und wird die werdenden Eltern individuell beraten. Jedoch sollte man sich nicht verrückt machen. Nur ca 3-5% der Schwangerschaften verlaufen problematisch. Ist ein Ungeborenes auffällig, sollte man ein Experten-Team zu Rate ziehen. Grundsätzlich ist Pränataldiagnostik eine vorteilhafte Sache, denn dies ist die einzige Möglichkeit zu erfahren, wie es dem Baby geht und eine Behandlung ist im Fall der Fälle noch während der Schwangerschaft oder unmittelbar nach der Geburt möglich.
Wichtige Untersuchungen in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft haben werdende Mütter Anspruch auf mindestens 14 Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt oder bei der Hebamme. Diese Untersuchungen sollten regelmässig alle 4 Wochen, und ab der 32. Schwangerschaftswoche alle 2 Wochen durchgeführt werden, um die Gesundheit und Entwicklung des Ungeborenen zu ermitteln und im Fall einer Komplikation die Probleme rechtzeitig zu erkennen und zu lösen. Alle Ergebnisse aus diesen Untersuchungen werden im Mutterpass dokumentiert, der zu Anfang der Schwangerschaft ausgestellt wird. Regelmässig werden Gewicht der Mutter, Blutdruck, Urin, Blut, Größe der Gebärmutter, Lage des Kindes und die Herztöne des Kindes kontrolliert. Dazu kommen vaginale Untersuchungen, durch die festgestellt wird, ob der Muttermund noch geschlossen ist.
Der erste Arztbesuch
In dieser ersten Vorsorgeuntersuchung bestätigt der Arzt die Schwangerschaft und bestimmt die Schwangerschaftswoche. Wichtg für Ihn sind die Symptome der werdenden Mutter, wie Ziehen in der Brust oder häufiges Wasserlassen, und ihr Krankheitsbild der Vergangenheit und Gegenwart. Ebenso wichtig ist für ihn, ob Medikamente genommen werden. Liegt nicht die erste Schwangerschaft vor, ist es ratsam, die Daten und den alten Mutterpass beim Arzt vorzulegen. Zudem ist es möglich, einen HIV Test durchführen zu lassen.
Dazu kommt eine körperliche Untersuchung. Sie umfasst die Blutabnahme, den Urintest, die Blutdruckmessung, sowie die Bestimmung von Körpergrösse und Gewicht. Die gynäkologische Untersuchung, sowie die erste Ultraschalluntersuchung bestätigen die Schwangerschaft und durch Veränderung an Gebärmutter und Gebärmutterhals erschliesst sich die Schwangerschaftswoche.
Durch die Blutuntersuchung lässt sich die Blutgruppe und der Rhesusfaktor bestimmen und Tests auf Infektionen, wie Röteln oder Toxoplasmose werden vorgenommen um auszuschliessen, dass das Ungeborene gefährdet ist.
Blutuntersuchungen
Viele wichtige Tests werden über Blutabnahme durchgeführt.
=> Blutgruppe und Rhesusfaktor
Die Nennung ist wichtig, um die Blutkonservenvergabe zu erleichtern und Abstossungsprozesse und Blutkrankheiten zu vermeiden. Die Blutgruppe ist die individuelle Zusammensetzung von Eiweißen auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen. Sie unterscheiden sich voneinander und wirken als Antikörper.
Die bekanntesten Blutgruppen sind A,B und 0. Der Rhesusfaktor ist ein Protein auf der Zelloberfläche der roten Blutkörperchen. Ist im Blut ein Rhesusfaktor-D-Antigen vorhanden, nennt man es Rhesusfaktor positiv (RH+), ist kein Rhesusfaktor-D-Antigen enthalten ist man Rhesusfaktor negativ (RH-). Ist eine werdende Mutter Rh-, der Vater jedoch Rh+, bildet die Mutter aller Wahrscheinlichkeit nach Atikörper gegen ihr RH+ Kind, was zur Fehlgeburt führen kann. Um dies zu vermeiden, wird im letzten Schwangerschaftsdrittel, um die 28. Woche eine Anti-D-Prophylaxe per Spritze durchgeführt.
=> AK-Suchtest
Im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel wird überprüft, ob im Blut der werdenden Mutter Antikörper nachweisbar sind, die Reaktionen gegen das Ungeborene hervorrufen. Es soll ausgeschlossen werden, dass die Mutter ihr Kind nicht abstösst, da es ja für die Mutter teils fremdes Genmaterial des Vaters in sich trägt.
=> Röteln HAH Test
Röteln ist eine hochansteckende Viruskrankheit und kann, wenn auch sonst ungefährlich, in der Schwangerschaft über die Plazenta auf das Baby übertragen werden. Somit kann es zur Fehlgeburt oder auch zu sehr schweren körperlichen Mißbildungen des Kindes kommen. Festgestellt wird, ob die Mutter Antikörper gegen die Rötelnviren entwickelt hat und somit immun ist. Dies erfolgt über eine Gewebeprobe durch Blutabnahme.
=> LSR (Lues Such Reaktion)
Durch diesen Bluttest werden Syphilliserreger nachgewiesen. Syphillis ist eine ansteckende Geschlechtskrankheit und kann ebenfalls schwere Schäden für das ungeborene Baby, sowie Komplikationen in der Schwangerschaft bedeuten. Syphillis tritt selten auf und betrifft meist Risikoschwangere, trotzdem wird diese Untersuchung routinemässig bei jeder Schwangeren durchgeführt. Um Syphillis zu behandeln, ist Penicillin nötig.
=> HBs Antigen (HepatitisB)
Dies ist eine Routineuntersuchung im dritten Schwangerschaftsdrittel.
Hepatitis B ist eine ansteckende Leberkrankheit, die u.a. zu Leberkrebs führen kann.
Ist die Schwangere positiv, kann sich das Kind zu 80% während des Geburtsvorganges anstecken, im weiteren Verlauf über die Muttermilch. Um das Risiko zu senken, sollte das Neugeborene direkt nach der Geburt geimpft werden, um es vor einer Infektion zu schützen.
=> Hämoglobin Wert (Hb)
Der Hämoglobin Wert bestimmt den Eisengehalt im Blut, der für den Sauerstofftransport wichtig ist. Liegt der Wert unter 12, liegt Eisenmangel vor. Durch Ergänzungspräparate kann der Wert wieder gehoben werden. Die meisten Schwangeren haben erhöhten Eisenbedarf.
=> Antikörper gegen Toxoplasmose
Die Toxoplasmose wird duch Parasiten z.B. über Haustiere übertragen. Eine Vermeidung von rohem Fleisch, ungewaschenem Salat, Gemüse und Obst ist unumgänglich, desweiteren sollte man sich regelmässig die Hände waschen und vor allem von der Katzentoilette fern halten.
50% der Schwangeren haben bereits eine Infektion durchgemacht, eine erneute Infektion ist demnach unwahrscheinlich. Kommt es doch zur Infektion, kann das Baby in Mitleidenschaft gezogen werden, was zu schweren Hirnschäden führt. Eine Behandlung kann durch Antibiotika erfolgen.
Auch wenn diese Untersuchung duchaus sinnvoll ist, gilt sie als individuelle Gesundheitsleitung und wird nicht von der Kasse bezahlt. Sie liegt zwischen 10,- € und 20,- €.
=> HIV (Aids Virus)
Immer mehr Menschen infizieren sich in Deutschland mit dem gefährlichen HI-Virus und das nicht nur in Risikogruppen. Bei voll ausgepägter, unheilbarer Krankheit kommt es zur Immunschwäche Aids. Die Krankheit wird über die Plazenta übertragen und dies vor allem bei Wehentätigkeit.
Die Übertragungsrate lässt sich auf nahezu 0% senken, indem eine medikmentöse Behandlung und ein Kaiserschnitt vor Wehentätigkeit durchgeführt wird. Der HIV Test wird anonym durchgeführt. Die Kosten liegen zwischen 25,- € und 50,- €, in manchen Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Einige Gesundheitsämter bieten kostenlose Tests mit nachfolgendem Gespräch an. Nachzuweisen ist das HI-Virus 10 – 12 Tage nach Ansteckung. Es dauert ca. 5 Tage, dis das Ergebnis aus dem Labor vorliegt.
Untersuchungen durch Abstrich
Mit Wattestäbchen, kleinen Bürstchen oder Spateln wird Zellmaterial von der Schleimhaut des Muttermundes oder Gebärmutterhalses zur mikroskopischen Untersuchung genommen.
=> Chlamydien
Chlamydien sind kleine Bakterien, die für Fehlgeburten, vorzeitigen Blasensprümge und Frühgeburten verantwortlich sind. Infiziert sich das Ungeborene, kann es zur schweren Bindehaut- oder Lungenentzündung kommen. Eine Behandlung erfolgt über Antibiotika. Der Abstrich wird im ersten und im letzten Drittel der Schwangerschaft durchgeführt.
=> pH Wert des Scheidensekrets
Mit diesem Abstrich werden Infektionen und bösartige Zellveränderungen am Muttermund ausgeschlossen. Der Wert sollte ca bei 4 liegen.
Urinuntersuchungen
=> Eiweißausscheidung
Im Zusammenhang mit erhöhtem Blutdruck ist dieser Wert besonders wichtig. Sind die Werte nicht optimal sind Ruhephasen und ausgewogene Ernährung besonders wichtig. Bluthochdruck und Eisenausscheidung können zu Nierenschäden der Mutter und Sauerstoffmangel und somit gestörtem Wachstum beim Kind sorgen.
=> Zuckerausscheidung
Die Messung gibt Hinweis auf eine Zuckerkrankheit (Diabetes). Leichte Erhöhungen sind absolut normal.
=> Nitritausscheidung
Wird Nitrit ausgeschieden ist das ein sicheres Zeichen für eine bakterielle Infektion. Infektionen sollten, auch ohne sicht- und fühlbare Symptome unbedigt behandelt werden, da sie sich sonst ausbreiten und frühzeitige Wehen verursachen können.
=> Blutausscheidung
Blut im Urin hat für die Schwangerschaft wenig Bedeutung und ist völlig normal. Ist eine Blutung jedoch häufiger ohne erkennbaren Grund vorhanden, sollte man einen Urologen zu Rate ziehen.
Vaginale Tastuntersuchung
Der Arzt ertastet die Beschaffenheit von Gebärmutterhals und Muttermund. So lässt sich leicht ein frühzeitiger Geburtsvorgang feststellen. Der Muttermund wird weich und beginnt sich leicht zu öffnen. Diese Untersuchung wird durch die Ultraschalluntersuchung ergänzt oder ersetzt. Durch den Ultraschall lassen sich Diagnosen leichter und objektiver repräsentieren.
Ultraschalluntersuchung
Die bekannteste Art der Untersuchung ist der Ultraschall. Ultraschall bedeutet dass für uns Menschen unhörbare Schallwellen durch den Kopf des Ultraschallgerätes ins Körperinnere gesendet werden. Diese werden dann vom Gewebe reflektiert. Das Echo wirft dann ein bewegliches Bild des Ungeborenen hervor. Diese Art von "Baby TV" ist deshalb so beliebt, weil sie weder Mutter noch Kind schädigt und es die einzige Möglichkeit ist, das Baby wirklich zu sehen. Die erste Ultraschalluntersuchung wird direkt beim Bekanntwerden der Schwangerschaft durchgeführt. Schon früh sind so Schwangerschaftsmerkmale nachweisbar.
*Einnistung in die Gebärmutterhöhle ab der 4. Schwangerschaftswoche
*Nachweis des Embryos ab der 5. Schwangerschaftswoche
*Herzaktionen ab der 6. SchwangerschaftswocheEs sind aus den Mutterschaftsrichtlinien insgesamt 3 Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft gesetzlich vorgeschrieben.
Die erste Untersuchung findet zwischen der 9. und 12. SSW statt und wird durch die Scheide durchgeführt. Mit dieser Ultraschalluntersuchung bestimmt der Gynäkologe das Schwangerschaftsalter, schließt Fehlbildungen aus und stellt fest, ob es sich um eine Mehrlingsgeburt handelt. Das Schwangerschaftsalter wird durch verschiedene Messungen festgestellt. So der Durchmesser der Fruchthöhle, die Scheitel-Steiß-Länge (also von Kopf bis Po) und der Kopfdurchmesser. Diese Art der Geburtsterminbestimmung ist viel genauer als die Berechnung durch die letzte Menstruation. Nun kann der Arzt sehen, ob das Ungeborene gross genug ist oder ob Fehlbildungen entstehen. Die zweite Ultraschalluntersuchung findet dann zwischen der 18. und 22. SSW statt. Sie ist eine Art Feindiagnostik und bestimmt, ob sich alle wichtigen Organe gut entwickelt haben. Somit werden Herz, Nieren, Harnblase und auch die Wirbelsäule untersucht.
Fehlbildungen kann der Arzt erkennen, indem er die Lage des Mutterkuchens, also den Ort der Einnistung bestimmt. Besteht ein erhöhtes Risiko oder eine Mehrlingsschwangerschaft, sollte die Ultraschalluntersuchung unbedingt von einem Spezialisten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) durchgeführt werden, da sie speziell geschult sind. Die dritte Untersuchung ist die letzte vor der Geburt, also zwischen der 34. und 36. Woche. Sie bestimmt die Lage des Babys, das heißt, ob es schon in Schädellage liegt oder sich noch in Beckenlage liegt. Durch diese Erkenntnis können wichtige Schritte für die Geburt getroffen werden. Zudem wird die Weiterentwicklung der Organe überprüft. Die Messung der Fruchtwassermenge und der Lage des Mutterkuchens haben Einfluss auf die Geburt und legen die weiteren Schritte fest. Wichtig ist auch noch die Gewichtsschätzung. Das Gewicht wird durch Messungen anhand des Kopfumfanges, des Bauchumfanges und der Länge des Oberschenkelknochens bestimmt. Liegen die Werte ausserhalb der Norm sind weitere Untersuchungen von Nöten. Ursachen für ein zu kleines Kind können Rauchen der Mutter, Bluthochdruck der Mutter oder auch in seltenen Fällen Infektionen sein. Ein zu grosses Kind tritt in seltenen Fällen der Schwangerschaftsdiabetis auf. Die Werte werden jedoch untereinander verglichen, das heisst, es wird festgestellt, ob der Kopf zum Beispiel im Verhältnis zum Körper zu klein oder zu gross ist. Eine weitere Ursache für ein zu kleines Kind kann auch die Grösse der Eltern sein. Die sogenannte Doppleruntersuchung, eine Blutflussdiagnostik in Nabelschnur und Hirn kann Aufschluss darüber geben, wie das Baby mit Blut und Nährstoffen versorgt ist.
Messung der Nackenfalte
Um Missbildungen auszuschließen, gibt es die Möglichkeit der Messung der Nackenfalte. Diese Art von Untersuchung ist nicht in den Mutterschaftsrichtlinien vorgeschrieben und sollte exakt zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden, da nur dann verlässliche Messwerte vorliegen. Durch diese Untersuchung werden Herzfehler und Trisomie 21, oder auch Down-Syndrom genannt, ausgeschlossen. Jede Zelle unseres Körpers enthält 23 Chromosomenpaare, die von Wissenschaftlern beschrieben und numeriert wurden. Diese Chromosomen enthalten unser Erbgut, also unsere individuellen Gene. Das Down-Syndrom entsteht durch das dreifache Vorliegen des Chromosoms 21, deswegen auch Trisomie 21 genannt.
Erkennbar ist die Krankheit durch geistige Störungen, schräg liegende Augen, Herzmissbildungen und missgebildete Ohren. Die Krankheit wird fälschlicherweise diesbezüglich auch Mongolismus genannt. Erkrankte Kinder können jedoch unter Umständen ein fast normales Leben führen, leben fast genau so lange wie gesunde Menschen, machen einen Schulabschluss und sind voll lebensfähig. Andere wiederum mit weiteren Fehlbildungen leben eingeschränkt. Liegt eine Trisomie 13 oder 18 vor, das heisst, dass das Chromosom 13 oder Chromosom 18 dreifach vorliegt, sind die Kinder nicht lebensfähig. In den meisten Fällen kommt es zur Fehlgeburt, kann das Kind jedoch ausgetragen werden, stirbt es schon wenige Stunden, im Glücksfall wenige Wochen nach der Geburt. Die Gefahr der Missbildung steigt mit dem Alter der Mutter.
Die Nackenfaltenmessung kann dieses Risiko ausschliessen. Sie ist absolut risikolos und wird aus dem Alter der Mutter, dem Schwangerschaftsalter und dem Messwert der Nackenfalte errechnet. Liegt eine Auffälligkeit vor, werden weitere Vorgehensweisen besprochen.
Triple-Test
Eine weitere Möglichkeit, Missbildungen wie das Down-Syndrom oder offenen Rücken auszuschließen, sind Blutuntersuchungen. Diese bestimmte Blutuntersuchung wird in der Regel zwischen der 15. und 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Im Blut wird die Konzentration des Apha-Feto-Protein, ein bestimmtes Eiweiß, welches vom Fötus gebildet wird, gemessen. Es ist nur in geringen Mengen im mütterlichen Blut nachweisbar. Wichtig ist das exakte Schwangerschaftsalter. Ein erhöhter AFP-Spiegel muss nicht unbedingt auf eine Fehlbildung hinweisen. In nur 70-90% der Fälle erkennt der Test das Down-Syndrom, in 5-30% der Fälle ermittelt der Test einen erhöhten Wert. Möglich sind auch eine Zwillingsschwangerschaft oder die Schwangerschaft ist schon weiter fortgeschritten als errechnet. Ist der Spiegel zu niedrig, ist es ein Indiz für eine nicht so weit fortgeschrittene Schwangerschaft wie errechnet, in seltenen Fällen jedoch für das Down-Syndrom. Dieser Test ist ziemlich ungenau und die Mutter sollte sich fragen, ob er überhaupt etwas bringt.
Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn:
* bereits ein behindertes Kind geboren wurde
* erbliche Krankheiten in der Familie vorkommen
* der Partner an einer Erbkrankheit leidet
* die Eltern blutsverwandt sind
* die Mutter über 35 Jahre ist.
Amniozentese (Fruchtwasserpunktion)
Besteht nach der Nackenfaltenmessung oder eines Bluttests der Verdacht auf eine Auffälligkeit, gibt es weitere Untersuchungen, mögliche Erkrankungen abzuklären. Eine davon ist die Fruchtwasserpunktion, eine sogenannte invasive Diagnostik. Sie kann ab der 14. SSW durchgeführt werden, meist aber zwischen 16. - 18. SSW, da vorher noch nicht genügend Fruchtwasser vorhanden ist. Mit dieser Vorgehensweise gewinnt man kindliche Zellen aus dem Fruchtwasser. Diese werden dann auf Chromosomenveränderungen untersucht. Mit einer Fruchtwasserpunktion lässt sich nicht nur das Geschlecht des Kindes feststellen, auch Erkrankungen wie das Down-Syndrom und andere Erbkrankheiten können benannt werden, wenn man gezielt danach sucht. Besonders sinnvoll ist diese Methodik, wenn beide Eltern an einer Chromosomenstörung erkrankt sind und im Falle einer Kindeserkrankung die Schwangerschaft abbrechen möchten.
Die Amniozentese sollte von einem erfahrenen Arzt durchgeführt werden. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten und wird ambulant durchgeführt. Der Bauch der werdenden Mutter wird dazu örtlich betäubt. Trotzdem kann ein Schmerz wie bei einer etwas schmerzhaften Blutentnahme verspürt werden.
Die Untersuchung wird vom Ultraschall begleitet. Zuerst wird das grösste Fruchwasservorkommen im Mutterleib mittels Ultraschall bestimmt. Der Arzt sticht dann mit einer dünnen Hohlnadel in dieses Fruchtwasserdepot und entnimmt ca. 20 ml Fruchtwasser. Nach der Entnahme wird die Nadel entfernt und die kleine Wunde mit einem Pflaster versorgt.
Das Ergebnis liegt nach 10-14 Tagen vor. In den meisten Fällen ist ein Schnelltestergebnis (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierungs-Analyse) zu einem Aufpreis von ca. 100,-€ möglich. Jedoch ist der endgültige und genau aufgeschlüsselte Befund auch erst nach 2 Wochen möglich. Verständlich ist natürlich, dass die Zeit des Wartens für die Eltern eine Belastung darstellen, da zu diesem Zeitpunkt schon die ersten Bewegungen des Babys zu spüren sind.
In einigen Fällen kann es durch die Fruchtwasserpunktion zu Nebenwirkungen, wie Wehen, Blasensprung und/oder Blutungen kommen. Normalerweise legen sich diese Beschwerden wieder, jedoch ist bei 1% der Mütter eine Fehlgeburt zu verzeichnen.
Eine invasive Diagnostik sollte aufgrund des Fehlgeburtenrisikos gut überlegt werden. Wie sieht die Konsequenz des Paares bei einem problematischen Ergebnis aus? Steht eine Fehlgeburt mit einem Risiko von 1:500 in Relation zu einem erkrankten Kind ohne Aufschluss durch Punktion (1:2000)? Kann eine Frau mit der Wahrscheinlichkeit eines kranken Kindes von 1:2000 nicht leben, ist diese Option der Untersuchung durchaus sinnvoll. Im Falle der hohen Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung wird zur Punktion geraten. Dies kann ebenfalls die Auffälligkeit einer Herzklappenverkalkung sein. Egal, wie die Entscheidung aussieht, eine Amniozentese durchführen zu lassen oder nicht, das Paar muss sie alleine treffen. Der Arzt steht beratend zur Seite, wird aber seine persönliche Ansichten heraushalten.
Chorionzottenbiopsie
Diese Methode der Untersuchung ähnelt sehr der Amniozentese. Hier wird jedoch kein Fruchtwasser, sondern Gewebe aus der äusseren Eihaut (Chorion) genommen. Dies geschieht wie bei der Fruchtwasserpunktion durch eine dünne Hohlnadel, die durch die Bauchdecke und Uteruswand gesteckt wird oder durch einen Saugkatheder, der durch die Scheide eingeführt wird. Die Untersuchung wird ambulant und auf Wunsch mit örtlicher Betäubung durchgeführt.Das erste Ergebnis liegt sogar schon nach einigen Stunden vor. Der Vorteil liegt darin, dass sie schon zwischen der 9. und 14. SSW durchgeführt werden kann und somit ein früheres Ergebnis als bei einer Fruchtwasserpunktion vorliegt. Sollte also ein Abbruch aufgrund einer Erkrankung gewünscht werden, kann er viel schonender durchgeführt werden. Ein grosser Nachteil ist aber das hohe Fehlgeburtenrisiko. Es ist also abzuwägen, ob man das Risiko eingehen möchte, ein eventuell krankes Kind zu erwarten oder ein vielleicht gesundes Kind zu verlieren.